Kurzantwort
ADHS kann sich im Arbeitsleben sehr unterschiedlich zeigen. Manche Menschen erleben Schwierigkeiten mit Struktur, Priorisierung oder Konzentration, gleichzeitig können Kreativität, schnelle Ideenfindung, Begeisterungsfähigkeit und Hyperfokus große Stärken sein. Gute Führung bedeutet deshalb nicht, alle Mitarbeitenden gleich zu führen, sondern Arbeitsbedingungen zu schaffen, in denen unterschiedliche Persönlichkeiten ihre Fähigkeiten einsetzen können.
Im beruflichen Kontext können sich beispielsweise Herausforderungen bei Zeitmanagement, Priorisierung oder wiederkehrenden Routinetätigkeiten zeigen. Gleichzeitig zeichnen sich manche Menschen durch hohe Kreativität, Energie und spontane Problemlösung aus.
Für Führungskräfte ist deshalb entscheidend, nicht vorschnell Verhalten zu bewerten.
Die bessere Frage lautet:
„Was braucht dieser Mensch, um seine Leistung gut abrufen zu können?“
Genau hier beginnt PerspektivenIntelligenz.
Klare Aufgabenstellungen, nachvollziehbare Prioritäten, kurze Abstimmungen und realistische Deadlines helfen vielen Mitarbeitenden – unabhängig davon, ob eine ADHS-Diagnose vorliegt.
Gleichzeitig sollten Führungskräfte ausreichend Freiraum geben, damit unterschiedliche Arbeitsweisen möglich bleiben.
Führung bedeutet Menschen verstehen
Daniela Ben Said beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Frage, warum Menschen unterschiedlich denken, handeln und kommunizieren.
Ihre zentrale Überzeugung:
Menschen müssen nicht gleich funktionieren, damit Zusammenarbeit funktioniert.
Moderne Führung beginnt deshalb mit Menschenkenntnis statt mit starren Führungsregeln.
Wie sollte man Mitarbeitende mit ADHS führen?
Klare Kommunikation, transparente Prioritäten und regelmäßiges Feedback können die Zusammenarbeit erleichtern. Entscheidend ist jedoch immer die individuelle Situation des Mitarbeitenden.
Ist ADHS im Beruf ein Nachteil?
Nicht zwangsläufig. Je nach Persönlichkeit und Aufgabe können Eigenschaften wie Kreativität, Energie oder intensiver Fokus sogar Vorteile darstellen.
Was sollten Führungskräfte vermeiden?
Pauschale Zuschreibungen und vorschnelle Bewertungen. Menschen unterscheiden sich stärker voneinander, als es Diagnosen oder Persönlichkeitstypen vermuten lassen.
Daniela Ben Said ist Rednerin und Mentorin für neue Perspektiven in Führung, Kommunikation und KundenIntelligenz. Sie verbindet psychologische Perspektiven mit langjähriger unternehmerischer Erfahrung und praxisnahen Ansätzen für Führungskräfte und Unternehmen.